Verbesserung der Betreuung von Arbeitssuchenden und der Arbeitgeberpraktiken bei der ADEM

Öffentliche Petition Nr.3845

Petent: Grace Ndzeme Walker

Diese Petition ist in weiteren Sprachen verfügbar:

Ziel der Petition

Die luxemburgischen Behörden und die Agentur für die Entwicklung der Beschäftigung (ADEM) werden aufgefordert, die Betreuung von Arbeitssuchenden zu verbessern und die Kontrolle der Arbeitgeberpraktiken zu verstärken, damit Stellenzuweisungen, Vorstellungsgespräche und Job Days kohärent, transparent und effizient gestaltet werden und öffentlich finanzierte Weiterbildungen ohne Vorauszahlung zugänglich sind.

Begründung der Petition

Viele Arbeitssuchende in Luxemburg sehen sich mit strukturellen Schwierigkeiten in ihrer Betreuung durch die ADEM sowie im Umgang mit bestimmten Arbeitgeberpraktiken konfrontiert. Diese Probleme beeinträchtigen die Wirksamkeit der Arbeitsmarktpolitik, das Vertrauen in öffentliche Institutionen und eine nachhaltige berufliche Integration. Die folgenden Feststellungen betreffen eine erhebliche Anzahl von Arbeitssuchenden aus verschiedenen Branchen: -Qualifikationen, Kompetenzen und berufliche Werdegänge werden nicht immer ausreichend berücksichtigt. Einige Bewerber werden Tätigkeitsfeldern zugewiesen, die nicht ihrer Erfahrung entsprechen, oder von bestimmten Dienstleistungssektoren ausgeschlossen, weil sie als „überqualifiziert“ gelten. -Bewerbungsunterlagen werden teilweise nicht sorgfältig geprüft, was zu unpassenden Stellenzuweisungen führt, einschließlich Zuweisungen zu Arbeitgebern, bei denen die Betroffenen bereits beschäftigt waren oder selbst gekündigt haben. -Einige von der ADEM finanzierte Weiterbildungen erfordern derzeit eine vollständige Vorauszahlung vor Erstattung. Diese Praxis schließt Arbeitssuchende mit begrenzten finanziellen Mitteln faktisch aus, obwohl solche Weiterbildungen für die Wiedereingliederung wesentlich sind. -Bestimmte Berufe, etwa im Bereich Know Your Customer (Kundenidentifizierung) und Anti-Money Laundering (Bekämpfung der Geldwäsche), sind in den Systemen zur Klassifizierung von Weiterbildungen und Stellenzuweisungen nicht ausreichend erfasst, was das Risiko inkonsistenter Angebote erhöht. -Arbeitgeber unterzeichnen teilweise Zuweisungen im Rahmen von Vorstellungsgesprächen, geben anschließend jedoch kein Feedback, wodurch Bewerber über längere Zeit im Ungewissen bleiben. -Manche Auswahlverfahren sind übermäßig langwierig und intransparent, mit zahlreichen Beteiligten und Entscheidungsprozessen, die sich über mehrere Monate erstrecken können. Einige Unternehmen greifen überwiegend auf den Initiierungsvertrag für Beschäftigung (Contrat d’Initiation à l’Emploi – CIE) zurück, ein in Luxemburg bestehendes Instrument, das von der ADEM in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern umgesetzt wird und sich hauptsächlich an Arbeitssuchende unter 30 Jahren richtet. Obwohl dieses Instrument die berufliche Eingliederung fördern soll, kann es an Transparenz mangeln, wenn wesentliche Bedingungen wie tatsächliche Vergütung, konkrete Aufgaben oder Beschäftigungsperspektiven nach Vertragsende nicht klar kommuniziert werden. In manchen Fällen gehen die übertragenen Aufgaben über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinaus. -Bei Job Days sammeln mehrere Unternehmen Lebensläufe, ohne anschließend eine Rückmeldung zu geben. Trotz direkter Gespräche erhalten viele Bewerber weder eine positive noch eine negative Antwort. -Einige Arbeitgeber verweisen Bewerber auf berufliche soziale Netzwerke oder automatisierte Bewerbungsplattformen, bei denen Vorauswahlsysteme Bewerbungen aufgrund geringfügiger, fachlich irrelevanter Kriterien aussortieren können, ohne ausreichende menschliche Prüfung. -Es fehlt an einer öffentlichen oder transparenten Nachverfolgung der tatsächlichen Einstellungen nach Job Days sowie an Informationen über die Gründe für erfolglose Bewerbungen. Diese Beobachtungen weisen auf systemische Mängel hin, die den gesamten Arbeitsmarkt betreffen und strukturelle Verbesserungen im allgemeinen Interesse erforderlich machen. Soziale und berufliche Folgen -Stress, Entmutigung und ein Gefühl der Ungerechtigkeit bei Arbeitssuchenden. -Vertrauensverlust in öffentliche Unterstützungsmaßnahmen am Arbeitsmarkt. -Verpasste Weiterbildungs- und Beschäftigungschancen, insbesondere in spezialisierten Bereichen. -Erhöhtes Risiko beruflicher Dequalifizierung und Marginalisierung qualifizierter Profile. Handlungsaufruf Wir fordern die luxemburgischen Behörden und die ADEM auf: 1. Kompetenzen, Berufserfahrung und sektorale Spezialisierungen stärker in die Betreuung und Stellenzuweisung einzubeziehen. 2. Eine sorgfältige Prüfung der Bewerberunterlagen sicherzustellen, um ungeeignete oder fehlerhafte Zuweisungen zu vermeiden. 3. Einen effektiven Zugang zu öffentlich finanzierten Weiterbildungen ohne Vorauszahlungspflicht zu garantieren. 4. Eine strukturierte und messbare Nachverfolgung von Job Days und Auswahlverfahren einzuführen, einschließlich: Berichterstattung über die Anzahl der erfolgten Einstellungen, Transparenz über Gründe der Nichtauswahl, Kontrolle der Rückmeldepraktiken der Arbeitgeber und des Einsatzes automatisierter Systeme, besondere Aufmerksamkeit für den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente wie des CIE, um deren Zweckmäßigkeit sicherzustellen. 5. Ein Feedback-System einzurichten, um Mängel rasch zu korrigieren und die Betreuung der Arbeitssuchenden kontinuierlich zu verbessern. Jede arbeitssuchende Person sollte eine faire, transparente und wirksame Unterstützung erhalten, die auf ihren tatsächlichen Kompetenzen basiert und eine nachhaltige berufliche Integration im Einklang mit den Bedürfnissen des luxemburgischen Arbeitsmarktes ermöglicht.

Unterschriften­sammlung läuft

Die Schwelle von 5500 entspricht der Anzahl der Unterschriften, die erforderlich sind, um eine öffentliche Anhörung auszulösen.

Eingetragene Unterschriften

1 / 5 500

Die Petition teilen

Wichtige Informationen

Sammeln von Unterschriften

Datum der Einreichung

17/10/2025

Öffnung der Unterschriftensammlung

15/01/2026

Zusätzliche Informationen